Gelebtes Bücherschreiben


Exkursion am 4. Mai 2013 in den Rheingau
zu den Kirchenvorbildern vom Rupertsberg

 

 

Rupertsberger Hildegard-Gesellschaft Bingen e.V.

 

Einladung zur Exkursion nach

Mittelheim und Schloß Johannisberg

 

Samstag, den 4. Mai 2013

 

Wie hat die Klosterkirche vom Rupertsberg wohl ausgesehenß Ihre Maß sind uns überliefert und es gibt einige zeitgenössische Abbildungen. Eine genauere Vorstellung von diesem Kirchenraum erhält man, wenn man sich zur Schloßkirche auf dem Johannisberg im Rheingau begibt. Betritt man den Innenraum, kann man sich mit etwas Fantasie in Hildegards Zeit zurückversetzen, denn beide Kirchen weisen eine weitgehende Übereinstimmung in Größe und Bauweise auf. Dem wollen wir auf unserer Exkursion etwas genauer nachgehen.

 

Interessanterweise gibt es in der Nähe eine weitere romanische Kirche, die zu Hildegards Zeiten erbaut wurde und die ebenfalls heute noch besichtigt werden kann. Es ist die Basilika Ägidius in Mittelheim, einem Ortsteil von Oestrich-Winkel. Sie ist schon von außen ein imposantes Bauwerk und es wäre sträflich, sie auf dieser „Reise in die Vergangenheit“ nicht zu berücksichtigen.

 

Planung der Exkursion

10:30 Uhr Treffpunkt am Parkplatz der Rheinfähre Ingelheim

10:45 Uhr Übersetzen auf der Rheinfähre (ohne Autos)

11:00 Uhr Besichtigung der Basilika St. Ägidius in Mittelheim

12:00 Uhr Wanderung zum Schloß Johannisberg

(weniger als 4 km, gelegentlich leichte Steigung)

13:00 Uhr Besichtigung der Basilika St. Johannes der Täufer in Johannisberg

14:00 Uhr Einkehr in Restaurant oder Terrasse

15:00 Uhr Rückweg zur Autofähre

16:00 Uhr oder 16:30 Uhr: Rheinfähre nach Ingelheim

 

 

Auf den Spuren der Klosterkirche Hildegards von Bingen

 

Zeitgenössische Rheingauer Kirchen lassen Aussehen des Binger Gotteshauses erahnen
Exkursion der Rupertsberger Hildegard-Gesellschaft

 

Wer sich eine plastische Vorstellung von den Ausmaßen der ehemaligen Klosterkirche Hildegards machen möchte, dem bot sich bei einer Wanderung am Samstag, 4. Mai, eine hervorragende Gelegenheit. Die diesjährige Frühjahrsexkursion der Rupertsberger Hildegard-Gesellschaft führte zu den beiden ältesten Kirchen des Rheingaus, die zeitgleich mit dem Binger Kloster Hildegards erbaut wurden.

 

In Mittelheim nahe am Rheinufer steht die Basilika St. Aegidius, errichtet zu Anfang des 12. Jahrhunderts als Bestandteil eines Augustinerinnenklosters, somit die älteste Kirche des Rheingaus. Sie hat die Jahrhunderte weitgehend unbeschadet überstanden und läßt erahnen, wie die ehemalige Rupertsberger Kirche ausgesehen haben könnte. Doch die Hildegard-Interessierten wollten es genauer wissen: Mit Zollstöcken und Maßbändern ausgerüstet, bestimmten sie unter Anleitung von Roswitha Warnstädt und Michael Dietz die exakte Länge und Breite der Basilika und ihrer Bauelemente. Die Meßergebnisse zeigen, daß St. Aegidius nur annähernd die halbe Grundfläche 1 der zerstörten Klosterkirche auf dem Rupertsberg aufweist, daher insgesamt kleiner wirkt. Mit nur 6 und zudem unverzierten Pfeilern sowie lediglich 4,85 m hohen Arkadenbögen war sie schlichter ausgestattet als die Klosterkirche Hildegards mit ihren 9 deutlich höheren Grundpfeilern.

 

Eine Wanderung durch die Rheingauer Weinberge führte die Exkursionsteilnehmer zu einer weiteren Kirche aus Hildegards Zeit. Die wechselvolle Geschichte der Kirche von Schloss Johannisberg, entstanden ~1130, erläuterte Prof. Dr. Karl-Heinz Steinberg, ehemaliger Pfarrgemeinderatsvorstand von Johannisberg. Im Lauf der Jahrhunderte wurde sie immer wieder umgebaut und prunkvoll ausgestattet, aber auch mehrfach zerstört. Bei einem Bombenangriff im August 1942 brannte die Kirche bis auf die Grundmauern nieder. Der Wiederaufbau erfolgte auf den romanischen Fundamenten, sodaß auch die Johannisberger Kirche ihren Besuchern eine eindrucksvolles Bild vom Aussehen der Hildegarischen Kirche im 12. Jahrhundert vermittelt. Auch diese Kirche hat das Exkursionsteam genau vermessen. Sie entspricht von der Bemaßung und dem gespürten Eindruck her eher der Basilika Hildegards. Ihre 9 Pfeiler sind verziert und die Bögen sind 5,80 m hoch, die Grundfläche ist nahezu identisch.

 

Ob Hildegard selbst jemals eine der beiden Rheingauer Kirchen betreten hat, ist nicht überliefert. Wohl aber ist durchaus zu vermuten, daß ihre Erbauer auch an dem Kirchenbau auf dem Rupertsberg beteiligt waren.

 


( © Presseartikelentwurf von Marie-Louise Krompholz, Bingen, und Michael Dietz)

 

_________

1 Im folgenden Zeitungsartikel vom 29. Mai 2013 ist leider fälschlicherweise „annähernd die gleiche Grundfläche“ ausgewiesen.

 

 

Rekonstruktion


/ Zum Vergrößern bitte das Bild anklicken. /

Das Hauptschiff der Rupertsberger Basilika war gut 7 m breit, die Seitenschiffe jeweils ~4,35 m.
Addiert man 2x die Pfeilerbreite dazu, so kommt man auf das angegebene Innenmaß der Kirche.

 

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